Spenden mit PayPal    Jede Spende hilft!

Freigehege

Besonders wichtig ist eine ausreichend lange Aufenthaltszeit im Freigehege vor allem für die Säuglinge, die noch nie oder nur sehr kurze Zeit "in Freiheit" selbstständig auf Futtersuche gewesen waren. Für sie stellt das Gehege eine Art "Trainingscamp" dar, das ihnen die Wiedereingliederung in die Natur erst ermöglicht. 

 

Wenn die Igelbabys ungefähr 200g wiegen, dürfen sie ins Freigehege, damit sie ihre Muskeln trainieren und auch lernen, selbständig lebende Nahrung zu suchen. Trotzdem werden sie außerdem noch kräftig zugefüttert bis sie ihr Winterschlafgewicht erreicht haben.

 

Auch im Freigehege ist Sauberkeit oberstes Gebot: Hygiene wird groß geschrieben, das versteht sich von selbst. Kot- und Futterreste müssen morgens unbedingt beseitigt und die Schüsselchen heiß gespült werden. Vor jeder Neubesetzung wird der Erdboden leicht entfernt, mit Gesteinsmehl eingestreut und mit Rindenmulch (fein), bzw. Pinienerde abgedeckt.

Winterschlaf

Wenn die Igel dank der guten Pflege ihr erforderliches Winterschlafgewicht erreichen (700g bis 1.000g bei einem erwachsenen Tier. Bei Jungigeln reichen je nach Jahreszeit 550g bis 650g), dann sollte ihnen die Möglichkeit des Winterschlafs angeboten werden. Zu diesem Zweck werden Winterschlafboxen benötigt, die entweder in einem absolut kalten Raum (kälter als 4°C) in einem Kellerschacht oder abgedeckt im Freien stehen, bzw. in einem Gehege mit gut isoliertem Winterschlafhaus.

Mindestmaß 40cm x 40cm, welches mit Stroh oder mit fest zerknülltem Zeitungspapier gefüllt wird. Die ins Kalte gebrachten Igel werden so lange normal weiter gefüttert, bis sie in den Winterschlaf gefallen sind.

Eine Notration Igel- oder Katzentrockenfutter und natürlich frisches Wasser werden in Schälchen in das Futterhaus gestellt. Der Winterschlaf endet je nach Temperatur Ende März bis Mitte April. Die richtige Zeit zum Auswildern ist gekommen, wenn im Frühjahr die Sträucher und Hecken ausschlagen und die Nahrungstiere der Igel wieder ausreichend vorhanden sind.

 

Sie schlafen meistens nicht durch, sondern erwachen einige Male, um vielleicht etwas Trockenfutter oder Wasser aufzunehmen (steht während des Winterschlafes immer bereit) oder um sich weiter zu entleeren. Während des Winterschlafes und auch während der kurzen Aufwachphasen dürfen sie nicht gestört werden, weil dann nach dem Aufwachen der nächste Einschlafzeitpunkt hinausgezögert wird.

Da der Igel seine Körperfunktion verringert hat, sollte er nicht aus seinem Schlafnest herausgeholt werden, weil er dann nicht in der Lage ist, das zerstörte Nest zu reparieren. Ein winterschlafender Igel ist kühl und zusammengerollt. Beim Streichen über die Stacheln zeigen sich jedoch Reflexe.

PDF 8 Seiten (Pro Igel e.V.)

Auch von schlafenden Igeln das Gehege täglich kontrollieren! Nicht das Nest!

Eine Notration Igel- oder Katzentrockenfutter und natürlich frisches Wasser müssen stets zur Verfügung stehen.

Hartnäckige Winterschläfer, die nach langem Schlaf Mitte Mai immer noch nicht aufgewacht sind, sollten aus ihrem Schlafkarton zur Kontrolle herausgenommen werden.

Der Igel ist zu wiegen und wieder in sein Schlafnest zurückzulegen. Wir empfehlen jetzt, den Igel bei seinem Aufwachen aus dem Kälteschlaf zu unterstützen. Besser ist es manchmal, wenn das Nest sehr schmutzig ist, den zusammengerollten Igel aus dem gewohnten Winternest kurz zu entnehmen und in seinen, frisch mit klein gerissenem und zerknittertem Papier gefüllten Karton zurück zu legen.

Die veränderte Situation wird unterschwellig als Anstoß zum Aufwachen wahrgenommen. Das Tier ist dann mit seinemSchlafkarton in einen warmen Raum (20°C bis 22°C) umzuquartieren. Nach dem Winterschlaf erfolgt zunächst die Aufnahme von Flüssigkeit in Form von Wasser. Der Igel zeigt das Ende seines Winterschlafes an, wenn er 3-5 Tage nachdem Aufwachen regelmäßig zu fressen beginnt.

Dann füttert man wieder so lange zu, bis er das Gewicht hat, bevor er eingeschlafen ist.

Auswilderung

Freiheit

 

Zur Auswilderung der herangewachsenen Igel wird noch eine Zeit lang an einer  Futterstelle bzw. in einem Schlafhaus dem Igel Futter gegeben, bis er sich in seinem persönlichen Lebensraum eingewöhnt hat.

Igel sollten so weit wie möglich an ihrem Fundort oder in der Nähe ausgesetzt werden, sie besitzen ein ausgezeichnetes Ortsgedächtnis. Lediglich wenn dem Igel am Fundort unmittelbare Gefahr droht, etwa durch eine stark befahrene Straße, sollte ein neuer igelgerechter Lebensraum gesucht werden.

Ist ein Igel wieder gesund und das Wetter dementsprechend, muss er in die Freiheit entlassen werden. Zu beachten wäre noch, dass vor dem Aussetzen meist die Krallen des Igels gekürzt werden müssen, und dass nach der letzten Medikamentenverabreichung mindestens sieben Tage verstrichen sind.

Die beste Zeit zum Aussetzen ist die Abenddämmerung. Am ausgewählten Ort setzt man die Tiere in ein Nest aus Laub oder Heu ins Gebüsch oder in einen anderen geschützten Unterstand.

PDF 8 Seiten (Pro Igel e.V.)