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Elisabeth Swoboda am Mikroskop

Zubehör zum Mikroskopieren

Dokumentation

Lungenhaarwurm

Welche Rolle spielt speziell der Lungenhaarwurm beim Igel?  (André Gensch)

Als Hauptwirte werden Carnivoren, insbesondere Füchse angesehen. Der Igel gilt nicht als Hauptwirt, sondern als Nebenwirt für Capillaria aerophila. Daher besiedeln meist nur wenige adulte Wurmindividuen, oft aber als Mischinfektion mit Crenosoma striatum, die Lunge. Durch die ständige Reizung des Lungengewebes können sich bakterielle Sekundärinfektionen entwickeln, woraus  eine Pneumonie resultieren kann. Befallene Igel sind oft apathisch, kachektisch, zeigen einen trockenen Husten und Atembeschwerden, gelegentlich auch Rhinitis. Insbesondere juvenile und untergewichtige Igel können massive Krankheitsanzeichen entwickeln, gelegentlich können auch Todesfälle beobachtet werden.

2. Wie erkenne ich beim Mikroskopieren den Unterschied zwischen Lungen- und Darmhaarwurm?

 

Lungenhaarwurm-Ei: 

  • Capillaria aerophila: Größe 60-75 µm, zitronenförmig, Seitenwände gebaucht, Polpfröpfe hervorspringend (Pfeile)

 

Darmhaarwurm- Ei:

  • Capillaria ovoreticulata: Größe 55-65 µm, Seitenwände parallel, eingesenkte Polpfröpfe (Pfeile)

Capillaria erinacei: leicht verwechselbar mit C. aerophila, etwas kleiner (50-60 µm), leicht gebauchte Seitenwände, leicht vorspringende Polpfröpfe

Lungenhaarwurmeier

Darmhaarwurm

Darmhaarwurmei

Die Darmhaarwurmeier haben eine längliche Form, im Gegensatz zu den Lungenhaarwurmeiern, die mehr gewölbt sind

Darmhaarwurmeier

Darmsaugwurm (Brachylaemus erinacei)

Beschreibung:

Der Darmsaugwurm (Brachylaemus erinacei) ist ein zwittriger Egel von ca. 1 mm Länge, der sich mit zwei Saugnäpfen an der Schleimhaut des Dünndarms beim Igel verankert. Er setzt mikroskopisch kleine Eier ab, die bereits ein Miracidium (Wimpernlarve) enthalten, wenn sie mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese Eier werden von verschiedenen Landschnecken aufgenommen, in denen die Weiterentwicklung bis zur Bildung von Infektionsstadien des Saugwurmes erfolgt, die der Igel zusammen mit der Schnecke (Zwischenwirt) aufnimmt.

Der Kreislauf schließt sich, wenn nach 17 Tagen der adulte (erwachsene) Darmsaugwurm nun seinerseits wieder Eier ausscheidet. Der Brachylaemus parasitiert überwiegend im Dünndarm. Bei starkem Wurmbefall ist er auch in den Gallengängen zu finden.

Symptome:

Unruhe oder Apathie, blutiger Durchfall, Anämie, Fressunlust, die unbehandelt zu starker Abmagerung führt.

Behandlung: 

Droncit verabreichen.

  • Droncit - einmalig gespritzt 0,05 ml auf 100 g Körpergewicht
  • oder 1/2 Tablette bei großen 1000 g - Igeln.

Droncit wird auch von jungen oder schwachen Igeln gut vertragen.

Wenn ein Igel bei normaler Fütterung (seinem Gewicht entsprechend) nicht zunimmt oder gar abnimmt, kann das ein Anzeichen von Darmsaugwurmbefall sein. Der Kot kann dunkelgrün oder schwarzrötlich durchsetzt sein, z.T. mit Blutabsonderungen auf dem Zeitungspapier im Gehege. Sollte der Kot eines Igelbabys bei Ersatzmilchfütterung (Esbilac) schwarz sein, ist ebenfalls Darmsaugwurm wahrscheinlich.

Zur Kontrolle des Kotes in den ersten Tagen ist zu empfehlen, zusätzlich das Gehege mit weißem Haushaltspapier auszulegen! 

Unzählige Saugwurmeier - Ganz seltene Bilder

Saugwurmeier werden fast immer nur schubweise ausgeschieden und sind im Kot kaum zu sehen, da die Eier im Gegensatz zu den anderen Eiern nur 1/3 so klein sind.

Blut im Kot bei Saugwurm- oder Kokzidienbefall

Lungenwurm

Lungenwurmlarven können im Kot noch von einer feinen Hülle oder frei schwimmend vorhanden sein. Hier sieht es wie ein Stück des Uterus (Unterleib) eines Lungenwurmweibchens mit vollembryonierten Eiern aus.

Lungenwurmlarven - 1

Lungenwurmlarven - 2

Lungenwurmlarven - 3

Lungenwurmlarven - 4

Lungenwurmlarve

Verschiedene mikroskopische Aufnahmen

Blut im Kot bei Saugwurm- oder Kokzidienbefall

Bandwurmei

Forschung

Verein der Igelfreunde Stuttgartund Umgebung e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Igel-Krankenhaus ? Elisabeth Swoboda ? Talblick 10 ? 71543 Stocksberg Mit dem TIERSCHUTZPREIS BADEN-WÜRTTEMBERG 1998 ausgezeichnet! 05.11.2013

Lungenhaarwurmeier bei Igelsäuglingen im Igelkrankenhaus Stocksberg

Der oft lange Aufenthalt im Igelkrankenhaus macht es erforderlich, dass die Igel mit ungeheuer viel Zeitaufwand gesund gepflegt werden. Die optimale Behandlung der Tiere erfordert große Sachkenntnisse, die immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden müssen.

Da kein Igel ohne mikroskopische Kotuntersuchung das Haus verlässt und ich seit über 25 Jahren bei über 7000 Tieren je Igel mehrere Untersuchungen durchführte, stellte ich in den letzten Jahren immer mehr fest, dass Igelsäuglinge schon mit einem Gewicht von 30 – 100g mit Lungenwurmlarven und Saugwurmeiern infiziert waren. Auch die älteren Igel sind fast alle wesentlich stärker verwurmt als noch vor 10 Jahren, eine Umweltkatastrophe (Pestizide usw.) wieder von uns Menschen verursacht!

Im letzten Jahr aber, ich traute meinen Augen nicht, habe ich bei 3 von 6 zwei Tage alten Säuglingen, die bei mir geboren wurden, mehrere Lungenhaarwurmeier im gut geformten Stecknadel großen Igelkot entdeckt, der eine normale unauffällige Konsistenz hatte. Die gut genährte Mutter, die mir mit einer Stichverletzung gebracht wurde aber stark röchelte, war allerdings sehr verwurmt. Da die verletzte Igelin medizinisch behandelt werden musste, konnte ich auch das gesamte Nest untersuchen und so die Babys wiegen und begutachten. Sie hatten ein Gewicht zwischen 25 und 30g und 3 von ihnen legten in der Waagschale vielleicht vor Aufregung frischen Kot ab.

Da ich ein neugieriger Mensch bin war es für mich selbstverständlich den Kot unter dem  Mikroskop zu untersuchen, der geradezu mit vielen Haarwurmeiern versetzt war.

Im Gegensatz zur bisherigen Lehrmeinung wäre es gut, wenn auch andere Igelstationen bzw. ein Forschungsprojekt wissenschaftlich belegen könnten, dass Igelbabys bereits kurz nach der Geburt durch die Muttermilch oder den Kot der Mutter von Parasiten befallen sein können.

Meine Igelkinder habe ich vorsichtig mit einem Gewicht von 150g mit Flubenol entwurmt, was sie auch gut vertragen haben, während die Mutter später die gesamte Entwurmungskur bekommen hat.

Alle Igel gediehen danach prächtig und konnten gesund im Gehege ausgewildert werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

5 Jahre Igelprojekt an der Universität Karlsruhe

Forschungsleiter Dr.med.vet. Thomas Bücher

Über das Projekt

Igelprojekt - PDF Seite 1

Igelprojekt - PDF Seite 2

Igelprojekt - PDF Seite 3

Igelprojekt - PDF Seite 4

Jasmin am Mikroskop

Frau Swoboda

Forschung: Schonende Blutabnahmetechnik beim Igel - durchgeführt im Igelkrankenhaus Stocksberg über den Forschungszeitraum von 5 Jahren.

Die Analyse bereits kleiner Blutmengen ermöglicht es, Krankheiten sicher zu diagnostizieren.

 

Kratzer und Zecken beim Igel

Heiko Fischer: Staatsexamen über Zecken

Kratzer-Rüssel-acanthocephale

Kot - Kratzer

Zecken

Zeckenigel